die Künstlerin

Eveline Gisela Amort – amogis

 

amogis am Donaukanal

amogis arbeitet an der Figur „Relax and See“

Kurzvita:

Eveline Gisela Amort studierte Bildhauerei in der Kunstschule Wien, ist seit 30 Jahren Künstlerin, seit 15 Jahren hauptsächlich Bildhauerin, und hat sich unter anderem auch in Kunsttherapie weitergebildet.

Sie leitet seit 35 Jahren Workshops, hat also lange Erfahrung im Umgang mit Menschen und Kunst.

Sie war 25 Jahre mit dem Bildhauer Mag. Gerald W. Hollnbuchner verheiratet, bewegte sich immer in Künstlerkreisen.

In den 1970er Jahren erlebte sie mit, was durch den Kunstdiskurs von Josef Beuys (ihr Mann studierte bei ihm) in der Kunstakademie Düsseldorf an Veränderung und Öffnung bewirkt wurde, und war von seinem avantgardistischen Kunstbegriff tief beeindruckt.

amogis über sich selbst

Seit 35 Jahren bin ich “Menschen-Arbeiterin”: Trainerin, Freude-Coach und Heilerin, eine Arbeit, die ich von Herzen gern und mit viel Erfolg durchführe.

Oft stand die Künstlerin, die ich schon seit der Kindheit bin, mit verschränkten Armen schmollend in der Ecke.

Nein, nicht ganz.

Ich liebte meine erste Skulptur, eine lustige Kasperpuppe – ich war 8 oder 9 Jahre – aus bemaltem Papier-Maché, die ich auf Geheiß meiner Eltern einer alten Dame schenken sollte, da sie “ein kleines Kunstwerk” sei. Ich wollte sie aber behalten und erbettelte die Erlaubnis, schnell eine zweite für die Frau zu machen. Talent ist manchmal fatal: Der zweite Kasperl sah wie eine Karikatur der alten Dame aus. Wie denn auch anders? Ich mochte die Frau nicht und dachte beim Arbeiten dauernd an sie… So musste ich dann doch meinen geliebten Kasperl hergeben. Hat mich das entmutigt?

Nein, nicht ganz.

Im Gymnasium zeichnete ich Bilder, die “anders” waren und wurde von meinen Kunst-LehrerInnen kritisch beäugt. Ich zeichnete daheim unsere Inneneinrichtung und die Familie meinte, ich solle doch technische Zeichnerin werden. Ich verdiente mir zusätzliches Taschengeld, indem ich meine Klassenkameradinnen portraitierte. Der nächste Kunstlehrer hatte ein so markantes Gesicht – ich konnte nicht widerstehen, ich musste ihn karikieren. Er nahm es mit Humor und gab mir eine Eins. Im Klosterinternat schlich ich mich bei Vollmond nachts in den Dachboden und malte, bis die Dachluke nicht mehr genug Licht hergab. Die Kunstnonne meinte, ich solle Kunst studieren, was auch ich wollte. Private Umstände verhinderten es lange Zeit. Ich wurde zunächst Handelsvertreterin, Ausbilderin und Verkaufstrainerin. Meine Künstlerin musste oft warten.

Nein, nicht ganz.

Ich verliebte mich in einen Künstler und blieb 25 Jahre lang mit ihm zusammen. Er war so gut, so ein perfekter Künstler, er hatte Bildhauerei studiert, da wurde meine Künstlerin mutlos.

Nein, nicht ganz

Als unsere drei Kinder klein waren, buchte ich in der Kleinstadt, in der wir wohnten, den einzig erreichbaren Malkurs, Bauernmalerei, ihr wisst schon: Blumen auf alte Möbel malen. Aber sogar das nahm meine Künstlerin mit solcher Gier und Inbrunst an, dass ich Zeit, Raum, meine Kinder und meine zu Besuch weilende Mutter vergaß. Also zurück in die Pflicht.

Nein, nicht ganz.

Immer wieder rief mich die Kunst, so bildete ich mich in Kunsttherapie weiter (das passte vor meinem Gewissen zu meinen anderen Therapie-Ausbildungen). Und dann kam dieser große Erfolg als Trainerin und Coach, und es macht ja auch so große Freude, die Menschen zu heilen und Ihnen die Lebensfreude zurück zu geben. Und so konnte ich ja auch Kunst betreiben, meinte ich. Aber die KlientInnen waren wichtiger.

Nein, nicht ganz.

2004/2005 endlich drei Semester Kunstschule, ich war selig. Dann war Scheidung angesagt und Geldverdienen erstmal wichtiger.

Nein, nicht ganz.

Immer unruhiger wurde die Künstlerin in mir, ich buchte Bildhauer-Workshops – die ich mit Zähnen und Klauen vor allen Termin-Attacken von Auftraggebern und KlientInnen verteidigte. Ich brachte Skulpturen mit, die mich überzeugten: Ich will sie endlich leben, meine Künstlerin, mich.

So baute ich ein Souterrain-Lokal in Wien zum Atelier um (es war lange Zeit eine Baustelle im Souterrain eines vorigen Jahrhundertwende-Hauses), viel Arbeit, aber MEINS! Und ich arbeite ja gerne mit meinen Händen, packe gerne zu, hab gern Werkzeug in der Hand. Während der Umbauzeit hatte sich ein Geschäft für exotischen Heil-Kräuter und Früchte entwickelt, das einfach wuchs und wuchs. So gab ich mein Souterrain-Atelier als Geschäft zur Verfügung. Ein Geschäft aufbauen ist auch sehr kreativ. Und wieder sollte meine Künstlerin warten.

Ja, da bin ich jetzt.

Und habe mir inzwischen ein Kellerstöckl im Burgenland, in Eisenberg-Weinberg, gekauft. Und renoviere es auf Hochtouren, denn ab Juni 2017 werde ich dort wieder mit Hammer, Meißel, Raspel und Feile meine gelieben Steine bearbeite.

Mein Kräutergeschäft, meine KlientInnen und AuftraggeberInnen lassen weiterhin nicht locker, einen Teil der Woche heile, coache und trainiere ich Menschen in eine glücklichere Zukunft, halte Vorträge, Präsentationen und Seminare, in Deutschland, Österreich, der Schweiz, und auf englisch international, um mein Wissen weiterzugeben.

Mein Termin-Kalender läuft über, die Auftragsbücher füllen sich, Erfolg in allen Bereichen – was will ich mehr?

Ja, doch, ich will mehr! Ich will Skulpturen gestalten! Ich will all die Ideen verwirklichen, die in meinem Bewusstsein so lebendig sind! Also nutze ich jede freie Minute und bearbeite Steine, und im Sommer halte ich Bildhauerei-Workshops vor und in meinem Kellerstöckl im Südburgenland, in Eisenberg-Weinberg.

Und einmal im Jahr kommt Nimrod Phiri von www.shona-art.com nach Österreich und wir bieten gemeinsam Bildhauer-Workshops an. Vielleicht lade ich auch noch andere internationale KünstlerInnen nach Österreich ein – alles ist gut

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